PitchBitch-Videoreview/ Testbericht: GAUI 500X Quad

GAUI 500X - Review/ Test

2010 lieferte die R/C Hobby-Division von TSH GAUI mit dem GAUI 330-X (Revision 2 = XS) eine der wenigen auf dem Markt erhältlichen Consumer Quadrocopter-Komplettlösungen. Modellbauanfänger vermochten den Quadrocopter binnen 2-3 Stunden vollständig aufzubauen und einzustellen, erfahrende Modellbauer benötigten weniger als 1 Stunde.

Herzstück des Quadro war und ist bislang der 3-Achsen GU-344 Stabi-Gyro. Im Übrigen kam der Kit mit 1050KV/400W Scorpion-Motoren, die ordentlich Dampf hatten. Dadurch war der Quad – ungeachtet seiner geringen Größe – in der Lage, problemlos ein Abfluggewicht von bis zu 1,2 kg zu schultern. Cruisen und Speedflug waren möglich. Der 330XS entwickelte sich für GAUI zum Verkaufsschlager, und so war die Entwicklung eines größeren Nachfolgers nur konsequent.

Mitte August diesen Jahres wurde zunächst der 500X Basic-Kit angeboten, im Weiteren folgten zwei weitere 500X-Combos mit leistungsfähigeren 18A-Reglern und Motoren. Ich habe mir den 500X Kit einmal näher angeschaut und das gesamte, für den 500X optional erhältliche Originalzubehör von TSH GAUI unter die Lupe genommen. Zusätzlich zu diesem Testbericht habe ich noch ein ca. 20 minütiges Testvideo gedreht.

Folgendes SetUp/ Zubehör wurde von mir getestet und ist Bestandteil des nachfolgenden Berichts:

  • 1 x GAUI 500 X-Kit (Chassis + 4x Ausleger/Motorhalterungen) (500X)
  • 4 x GUEC GM-410 Scorpion BL Motor (1050KV/400W) (330XS Set)
  • 2 x GAUI 8” A-/ 2x 8” B Propeller (verschiedene Farben/Extra)
  • 4 x GUEC GE-010 10A Regler (330XS-Set)
  • 1 x GAUI GU-344 Stabi (3-Achsen Gyro) (500X/330XS)
  • 1 x GAUI LED-Set (2 x rot/2 x weiß) (500X Extra)
  • 4 x GAUI Payload Top-Mount (500X Extra)
  • 1 x GAUI FPV-Plattform-Anbauteil (500X Extra)
  • 1 x GAUI 120 mm FPV-Landegestell (500X Extra)
  • 1 x GAUI X-Achse-Kamerahalterung + Servo (500X Extra)

Hinweis: Die beiden nachfolgend abgebildeten Bausätze wurden mit freundlicher Unterstützung durch mich selbst finanziert. ;-)

Vorbemerkung:

GAUI 500X Basic Kit

330XS/500X Basic Kit/ Zubehör

Als ich Mitte des Jahres den 500X Basic-Kit gekauft habe, waren die beiden Combo-Kits mit den 18A-Regelern/(Scorpion) 960KV Motoren weder angekündigt noch erhältlich. So habe ich – wie von GAUI zunächst vorgesehen – die komplette Elektronik (d.h. Regler, 1050KV/400W-Scorpion-Motoren, 8” Props und GU-344) des 330XS in den 500X-Rahmen transplantiert. Für die Konvertierung gibt es sogar (m.E. überflüssige) Verlängerungs-Adapterkabel von GAUI zu kaufen. Daher ist dieser Bericht insbesondere für diejenigen interessant, die darüber nachdenken, vom 330XS auf den größeren Rahmen umzusteigen.

Zwischenzeitlich konnte ich mich nach Erstellung der Videoaufnahmen davon überzeugen, dass sich das Flugverhalten durch die größeren 18A-Regler/ neuen Motoren nur marginal verändert. Durch die größeren Props und neuen 960kv Motoren erhöht sich in erster Linie die Traglastfähigkeit (ca. +1 kg) und der Sink/Gleitflug wirkt ruhiger. Gleichwohl sind die “gefühlten” Unterschiede während des regulären Flugs für den Piloten kaum zu spüren. Auf keinen Fall solltet Ihr mit den 1050KV Scorpions und 10A-Reglern des 330XS-Kits 10” Props verwenden. Hält man sich nicht an diese Vorgabe, nimmt die Wärmeentwicklung im Auslegerrohr stark zu und die Wahrscheinlichkeit eines Regler-/ Motorausfalls steigt.

Wichtig: Größere Propeller verschaffen Euch zwar grundsätzlich mehr Flugstabilität, ABER dadurch wird der Quad auch windanfälliger. Die Power der größeren Scorpions gleicht das zwar einigermaßen aus, aber idealerweise fliegt Ihr mit größeren 10” Props bei wenig Wind, mit 8” Props bei stärkerem Wind. Ansonsten ist der größere GM-412 Scorpion BL Motor 960kV energieeffizienter als der GM-410 Scorpion BL Motor aus dem 330XS Kit, d.h. es sind grundsätzlich längere Flugzeiten drin.

Die geringen “fühlbaren” Unterschiede erklären sich meines Erachtens dadurch, dass sämtliche, derzeit erhältlichen Combo-Kits des 500X genau wie der 300XS mit dem GU-344 Quad-Gyro ausgeliefert werden. Für die Zukunft plant GAUI ein neues System unter der Bezeichnung GU-INS (Inertial Navigation System). Neben einem überholten Gyro soll das System Anschlussoptionen für ein GPS-Modul sowie diverse Telemetrie-Funktionen beinhalten. Genaue Details und Preise sind bislang nicht bekannt. Bislang kursieren nur ein paar Fotos und ein Test-Video im Netz. Bei Mamo-Modelltechnik wird der Quadro mit GPS GU-INS für 1079,- EUR, sprich in einer ganz anderen Preisdimension, gelistet. In Zukunft wird offensichtlich zusätzlich der Semi-Profi Bereich für Luftaufnahmen avisiert.

500X Kit-Varianten:

GAUI hat seit knapp 2 Monaten verschiedene Kit-Varianten in sein Programm aufgenommen (mit/ohne Scorpion Motoren sowie mit/ohne GU-344 Gyro-Einheit).

Der 500X Basic-Kit kostet nach wie vor knapp 130,- €. Dafür bekommt Ihr den 500X Rahmen mit einklappbaren Auslegern, Haube, Zentralträgerplatten und Motorhalterungen. In diesem Kit sind weder die ganz neuen 18A Regler von GAUI oder etwa die 960kv Motoren, noch der Quad-Stabi GU-344 enthalten. Wer also nicht vom 330XS umsteigt und bereits über Regler/Motoren und den GU-344 verfügt, für den sind im Grunde nur 2 Kits von Interesse:

Variante 1 (UVP: 529,- US$) – ca. 480,- EUR in dt. Shops

Variante 2 (UVP: 629,- US$) – ca. 620,- EUR in dt. Shops

D.h. für 200,– US$ mehr bekommt Ihr anstelle der GAUI Motoren, die “güldenen” Scorpions. Durch die GM-412 SL BL Scorpions erhöht sich das maximale (vertretbare) Abfluggewicht auf bis zu 2,5 – 3 kg (wenn man überhaupt so viel Last an einen 500er-Quadro hängen möchte). Andererseits sind Scorpion Motoren erfahrungsgemäß “hungriger”, was den Stromverbrauch anbelangt. Leider lassen sich im Netz keine genauen Wertangaben zu dem GUEC GM-412 BL Motor finden. Wie bereits vorstehend erwähnt, habe ich die GUEC GM-410 BL Scorpion Motoren (1050KV) samt der 10A Regler aus dem 330XS Kit verbaut.

Der 500X Aufbau

GAUI 500X Quadrocopter

GAUI 500X Quadrocopter

Die beiliegende Anleitung ist gut bebildert und verständlich. Dies gilt sowohl für die englische Originalanleitung als auch die deutsche Übersetzung von Mamo-Modelltechnik, die meinem Kit beilag.

Das Tragwerk/Chassis des 500X besteht aus zwei qualitativ hochwertigen GfK/Hartplastik-Platten, die durch Alustifte miteinander verbunden werden. Die metallenen Auslegerrohre sind sehr dünn und leicht verarbeitet. Sie werden durch jeweils 2 Plastikschellen x-förmig justiert und zwischen die 2 Tragwerkplatten eingeklemmt. Die Regler passen gerade so in das Rohr rein. Sie werden relativ mittig im Rohr (lose) platziert. Der Achsabstand (Propeller-Schraube zu Propeller-Schraube) beträgt 500mm. Auf die Oberseite des Zentralstücks wird ein weitere, kleinere Hartplastikplatte in 4 Gumminoppen gesteckt. Laut GAUI ist diese jederzeit abnehmbare Plattform für den GU-344 Gyro sowie Empfänger vorgesehen. In der Mitte des Zentralteils lassen sich sämtliche Kabel “versenken”. Kommen die Kabel der LED-Beleuchtung hinzu, bleibt kaum noch Luft. Die Kabel müssen ziemlich gequetscht werden.

Der “blanke” Basic-Kit mit (1050/400) Scorpions/10A Reglern und GU-344 + AR8000 Empfänger bringt ca. 640g auf die Waage.

Der Aufbau des Quad geht einem erfahrenen Modellbauer recht zügig binnen 1-2 Stunden von der Hand. Ein Anfänger wird etwas mehr Zeit benötigen (schätzungsweise 2-3 Stunden). Schraubensicherung (z.B: Loctide) ist nur bei den zentralen Alu-Stiften von Nöten, ansonsten schraubt man Schrauben in Plastik. In jedem Fall solltet Ihr Euch bei den Baustufen an die vorgegebene Reihenfolge  in der Anleitung halten. Andernfalls lauft Ihr Gefahr, dass derAufbau zu einer ziemlichen Fummelei verkommt. Sämtliche Kabellängen sind nämlich auf den Zentimeter genau abgemessen, wodurch grundsätzlich wenig Spiel für Spielereien gegeben ist. Für die Stromverbindung gibt es zwar eine Extension, dadurch müssen die Kabel im Zentralteil aber noch mehr gequetscht werden.

Grundsätzlich reichen die Kabellängen der GE-010-Regler aus dem XS-Kit ohne eine Verlängerung für den 500X Aufbau. Wenn die Motoren in den Motorhalterungen verschraubt wurden, solltet Ihr zunächst die Regler in das Rohr schieben, als nächstes die Kabel mit dem Motor verbinden, und dann erst das Rohr in die Schellen für die Rohrbefestigung stecken. Wer die Elektronik des 330XS übernimmt, sollte darauf achten, dass die Adern der hachdünnen Steckverbindungen von den Reglern zu den Motoren mit Isolierband ordentlich fixiert werden. Die Steckverbindungen können sich schnell lösen. Achtet darauf, dass Ihr nicht die Kabel am Rohrrand anrizt (Tip: Abschmiergeln). Bei den 18A Reglern ist die Steckverbindung Regler zu Motor insgesamt etwas “haltbarer” gelöst.

Besonders sorgfältig solltet Ihr bei der Befestigung der Propeller/ Schrauben vorgehen. Es empfiehlt sich, eine zweite M3-Madenschraube auf der Gegenseite einzudrehen. Standardmäßig ist nur eine Madenschraube zur Befestigung des Mitnehmers vorgesehen. Beachtet unbedingt die A-/B-Beschriftung der Propeller und ordnet diese den jeweiligen Motoren entsprechend der Anleitung zu (im Uhrzeigersinn A auf Motor 1, B auf Motor 2, A auf Motor 3, B auf Motor 4). Ihr solltet Euch die Motoren zu Anfang beschriften, um nicht in Verwirrung zu geraten.

GAUI 500X Motor

GAUI 500X Motor

Im Übrigen müsst Ihr die versetzte Drehrichtung der Motoren beachten, sonst kippt Euch der Quad sofort um. Aus diesem Grund empfehle ich vor dem Festschrauben der Rohre, die Regler einzulernen und die jeweils korrekte Drehrichtung der vier Motoren zu überprüfen. Ansonsten müsst Ihr nämlich das Rohr rausziehen und eine Ader im Motorzulauf tauschen (das ist ein ziemliches Gefummel). Einfacher Test für Anfänger: Wenn alle Propeller korrekt drauf sitzen und die Motoren richtig herum drehen, dann muss beim leichten Gasgeben (Betonung liegt auf LEICHT) bereits spürbar Druck nach unten durch alle vier Propeller abgegeben werden. Bitte passt auf, die Motoren haben gut Druck und auch die 8” Plastikschrauben können Verletzungen herbeiführen.

Der (zu wählende) Empfänger und die daneben liegende GU-344 Gyroeinheit werden mit einer einfachen, abgerundeten Plastikkappe abgedeckt. Diese Kappe wird einfach auf die Rohre aufgesteckt. Auf der Unterseite sind 4 Stellen markiert. An diesen vier Punkten kann die Schale bei Bedarf durchbohrt werden, um einen weitere Ebene für Nutzlast zu befestigen (z.B. LiPo- siehe Fotos). Die Stecker, die in den Empfänger kommen, sind allesamt beschriftet, insoweit kann man wenig falsch machen.

Wichtig: Die GU-344 Einheit darf auf keinen Fall komplett mit einem herkömmlichen Klebepad aufgeklebt werden. Der Gyro sollte noch ganz leicht schwingen können. Dies lässt sich am einfachsten dadurch bewerkstelligen, indem das Kästchen an seinen äußeren vier Ecken mit jeweils einem der mitgelieferten, selbstklebenden Schaumstoffwürfel fixiert wird.

Der Gyro sollte mit dem roten Pfeil in Flugrichtung sehr nah am Rand befestigt werden. Den Kabelbaum vom Empfänger zum Gyro legt Ihr am besten nicht unerhalb, sondern oberhalb der aufzusteckenden Plattform (d.h. die Verkabelung im nächsten Foto wurde noch einmal leicht modifiziert). Dadurch vermeidet Ihr, dass die Plattform durch die Kabel aus den Gumminoppen hochgedrückt wird, bzw. dass der GU-344 wackelt (passiert, wenn man es so wie im nachfolgenden Foto legt).

GAUI 500X - GU-344

GAUI 500X - GU-344

Die Empfindlichkeit des GU-344 sollte über die Funke geregelt werden. Hierzu ist das grüne Kabel auf den entsprechenden Empfangskanal zu stecken (z.B. standardmäßig Gear/ Kanal 5 bei einem Spektrum-Empfänger). Grundsätzlich lässt sich die Empfindlichkeit je nach Flugmodus (Hover/ Cruise) auch mittels eines Drehschalters regeln. Allerdings wirken dieser nicht sonderlich haltbar, und es nervt, ständig am Gyro rumfummeln zu müssen. Je nach Außentemperatur/ Windstärke reagiert der GU-344 unterschiedlich empfindlich.

Hinweis: Lasst bitte nicht das grüne Kabel lose herumbaumeln, wenn Ihr die Empfindlichkeit unbedingt über die Schalter regeln wollt. GAUI empfiehlt, den Stecker auf einen der freien vier Steckplätze am GU-344 zu stecken. Ansonsten besteht das Risiko, dass der GU-344 durch Spannungen gestört wird.

Das Einlernen der Regler nimmt maximal 5 Minuten in Anspruch, selbst wenn Ihr die Regler nacheinander einlernt. Wenn man alle 4 gleichzeitig einlernt, erntet man ein verwirrendes Pfeifkonzert, funktioniert aber auch. Wenn sie richtig eingelernt wurden, sollten die Regler die Anzahl der Zellen (bis zu 3S) korrekt durch 2 bzw. 3 Töne quittieren und die Motoren entsprechend zucken. Alle Motoren müssen bei wenig Gas gleichmäßig laufen. Wenn auch nur ein Regler nicht richtig eingelernt wurde, crasht Euch der Quad sofort. Die Motorhalterungen fassen GM-412 SL BL Scorpions, GM-412 BL Motoren sowie die GM-410 BL Scorpions des 330XS Kits.

Ich empfehle mit 3S zu fliegen. Mit 2200 mAh und einer maximalen Gaskurve von bis zu 85% sind bis zu 8 1/2 Minuten Flugzeit bei ca. 950g Abfluggewicht drin. Auf keinen Fall solltet Ihr die Gaskurve mit 10A-Reglern bis 100% ausreizen, sonst laufen Euch die Regler/ Motoren zu heiß. Anders als beim 330XS heizt sich die Luft in den Rohren ziemlich auf. Die Wärmeentwicklung ist deutlich spürbar. Ein besonderes Schmankerl: Durch das Lösen der entsprechenden Schraube an der Rohrbefestigung, lassen sich die Ausleger einklappen. Dies ist sicherlich eine Besonderheit des 500X. Nachdem ich nun die Ausleger einige Male hin und her geklappt habe, bin ich der Überzeugung, dass die Gewinde bzw. Schrauben ein ständiges Klappen auf Dauer nicht vertragen. Daher werde ich es in Zukunft unterlassen, den Klappmechanismus zu nutzen. In die Teile des Zentralstücks wurden noch diverse Löcher vorgebohrt, um weitere Anbauten wie beispielsweise die Kamerahalterung auf der Chassis-Unterseite oder die Integration einer FPV-Plattform (kleine Livebild-Kamera) zu ermöglichen.

Extras (LED-Set, Kameraträger):

Eine sicherlich lohnenswerte Investition ist das LED-Set für knapp 30,- EUR.

Tip: Wenn Ihr das Rohr aus der Tragflächenbefestigung (Schelle) zieht, um die LED durch das das Rohr zu führen, dann werdet Ihr höchstwahrscheinlich die Steckverbindung von Regler zu Motor (ungewollt) lösen. Befestigt die LED einfach an einem dünnen Bowdenzug/Draht und schiebt sie von der Mitte aus durch das Rohr bis vorne zur Motorhalterung. Das klappt wunderbar, wenn der Draht dünn und flexibel genug ist. Wenn Ihr zuvor die Steckverbindungen zwischen Motor und Regler mit Isolierband fixiert habt, sollten sich die Verbindungen auch nicht ausverstehen beim Durchschieben der LED lösen. Im Weiteren die LED am unteren (äußeren) Rand in der Motorhalterung mit einem Stück Spiegelklebe-Tape befestigen.

GAUI 500X LED

GAUI 500X LED

Beachtet bitte, dass Ihr die LED nicht genau in der Mitte (am Ende der Motorachse) platziert. Diese dreht sich, wenn der Motor läuft. Das LED-Set kommt mit 4 transpararenten Plastik-Abdeckplättchen. Diese ersetzen die schwarzen, undurchsichtigen Abdeckplättchen, die standardmäßig zu der Motorhalterung gehören. Die LED können auf einen gesonderten Kanal gelegt werden. Je nach Phase blinken die LED mit unterschiedlicher Geschwindigkeit bzw. es leuchtet dauerhaft. Ungeregelt leuchtet hinten dauer-rot, vorne schnell blinkend weiß. Die Lichter sind auch tagsüber gut erkennbar und helfen Euch bei der Lageerkennung. In der Dämmerung siehts cool aus.

Da ich ein FPV-Freund bin, habe ich den Kameraträger mit X-Achse (inklusive Servo) von GAUI ausprobiert. Hierfür muss man ca. 65,- € auf den Tisch legen. Das empfinde ich ein wenig überteuert, zumal der Carbon-Anteil des Kameragestells von sehr dünner Qualität ist. Im Eigenbau geht es sicherlich günstiger. Der Servo verrichtet brav seinen Dienst. Legt man ihn auf einen stufenlos regelbaren Schalter/ Knopf (z.B. Spektrum DX8), so lässt sich eine Kamera auf der X-Achse wunderbar nach vorne und hinten “nicken”. Mit hinzukommendem Kameraträger müsst Ihr umdisponieren. Dies wie folgt:

Der LiPo, der eigentlich unter den Quad platziert wird, sollte mit Anbau des Kameraträgers auf einer zusätzlichen Plattform “auf dem Kopf” befestigt werden. Zum einen kommt man dann besser an den LiPo heran, zum anderen sollte unter Stabilitätsgesichtspunkten vermieden werden, den Quad zu “bauchlastig” zu behängen. Des Weiteren benötigt Ihr ein erhöhtes Landegestell, wie z.B. das 120mm Landegestell von GAUI (Preis: ca. 10,- €). Vorsicht: Die verschraubten Beine bzw. Abstandshalter sind nicht sonderlich bruchsicher. Es genügt, wenn Ihr ungünstig bzw. zu schnell aufsetzt, um ein Bein des Gestells aus der Befestigung zu brechen bzw. an der Verschraubung zu knicken.

500X Flugfeeling

Mein Test-Abfluggewicht betrug mit 500X-Rahmen, 4x 1050kv/400W Scorpions, 4 x 10A Reglern, 4 x 8” Propellern, 120mm Landegestell, 3S 2.200 mAh 40C Vapor LiPo, X-Achse Kamerahalterung + Servo sowie GoPro HD 1 Cam letztlich knapp 950g. Mit den 1050kv/400W Scorpions + 10A-Reglern sollte man bei dem 500X nicht über 1,3 kg gehen, sonst wird der Quad sehr träge. Je mehr Gewicht hinzu kommt, umso eigenstabiler wirkt der Quad. Dies gilt übrigens auch beim 330XS, wobei dort schon sehr viel weniger Gewicht zu mehr Stabilität führt. Gleichzeitig verkürzt sich die Flugzeit. Durch das zusätzliche Gewicht gibt man automatisch mehr Gas.

Der größere GM-412 BL Motor 960kv oder der GM-412 Scorpion BL Motor 960kV tragen in Kombination mit 10” Propellern ca. 1 kg mehr Nutzlast (bis zu max. 2,2 – 2,5 kg). Hierdurch lassen sich vor allem Flugzeiten von bis zu 12 – 14 Minuten durch größere LiPos mit mehr Kapazität erzielen. Habt ein Auge auf die Temperatur. Auf keinen Fall sollten 10” Propeller in Kombination mit den GUEC GM-410 BL Scorpions bzw. GE-010 10A Reglern verwendet werden. Dies führt (auf Dauer) zwangsläufig zu einer Überlastung der Regler bzw. Motoren.

GAUI 500X Kameraträger

GAUI 500X Kameraträger

Der 500X lässt sich mit dem GU-344 in 2 verschiedenen Modi fliegen. Zum einen steht ein so genannter “Hover”-Mode zur Verfügung (-100 bis -1%), wodurch der Quad im Flugverhalten einem Koax-Heli gleicht. Im “Cruise”-Modus (+1 bis +100%) fliegt sich der 500X um einiges agiler. Für den Sinkflug sollte man sich angewöhnen, grundsätzlich zu gleiten. Ansonsten kann es passieren, dass sich der 500X bei einem rapiden Höhenabfall (bis zum Kontrollverlust) aufschaukelt. Die Lageerkennung kann ungeachtet des LED-Sets beim 500X sehr problematisch werden, weshalb Ihr Euch von Anfang an Gedanken um zusätzliche Farbmarkierungen an den Rohren oder einen orangefarbigen Tischtennisball machen solltet. “Kamerafahrten” sind möglich, wenn man gelernt hat, ruhig Höhe zu halten. Solltet Ihr eine Spektrum DX8t mit DSM-X verwenden: Die Gyro-Werte aus der Anleitung stimmen insoweit vorne und hinten nicht mehr. Ich fliege mit -85% bzw. +70% (Range: -120% / +120%). Wir haben dies mit 2 verschiedenen DX8 ausprobiert (sowohl am 330XS als auch 500X). Die niedrigen Werte aus der Anleitung genügten nicht, um den Quad stabil zu bewegen.

Fazit:

Wer ins Quadro-/Multikopter-Fliegen und/ oder das Thema Aerial-Fotografie/Videoaufnahmen einsteigen möchte, der kann bedenkenlos zum GAUI 500X greifen. Wer schon eine 500er-Plattform fliegt und sich weiterentwickeln möchte, fühlt sich möglicherweise durch die GU-344 Einheit ausgebremst. Es gibt inzwischen bessere Gyros. Für den Profi-Bereich dürfte vor allem der von GAUI angekündigte GU-INS von Interesse sein. Insoweit wird es zukünftig weitere 500X-Combos für jeden Geldbeutel geben.

Natürlich kann man den 500X Basic-Kit auch nur als Basis für ein anderes System nutzen. In dem Fall erhält man für knapp 120,- € ein sehr gut verarbeitetes Quad-Trägersystem. Besonders gut gefällt mir die Soll-Bruchstelle der Ausleger an der Trägerbefestigung. Bislang sind die Rohre immer an der gleichen Stelle geknickt. Das Zentralstück hat bisher jeden Crash weggesteckt.

GAUI 500X GoPro  HD

GAUI 500X GoPro HD

Welcher Kit es letztlich wird, solltet Ihr vom Verwendungszweck und Geldbeutel abhängig machen. Scorpions sind kein “must-have”, sondern “nice-to-have”. Für knapp 480,- € kann man nicht viel falsch machen. Ob einem der Satz Scorpions knapp 130,- € mehr wert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wer noch keinen 330XS besitzt, der sollte direkt zum großen 500X greifen. Allzu große Unterschiede gibt es nicht im Flugverhalten vom 330XS zum 500X. Der größere und schwerere 500X wirkt allerdings etwas eigenstabiler und ruhiger.

Der 500X eignet sich hervorragend als FPV-Plattformbasis. Im Übrigen ist der GAUi 500X Träger exzellent verarbeitet. Bislang habe ich insgesamt 3 (mitunter heftige) Crashs hinter mir. Bei allen 3 Crashs sind 1-2 Ausleger gebrochen bzw. verbogen, ohne dabei die innenliegenden Kabel zu beschädigen. 10,– € für einen neuen Satz Ausleger lässt sich verschmerzen.

Wichtig für flug-unerfahrene Fotografen: Der GU-344 liefert Euch weder einen Auto-Piloten, noch eine gänzlich eigenstabile Quad-Plattform. Im Hover-Modus kann man allerdings auch mal die Hand von der Funke nehmen. Der Quad hält nie die Position von alleine. Insoweit ist ein ständiges Ansteuern erforderlich. Bei Wind muss der Pilot entsprechend trimmen, da ansonsten ein ständiges Korrigieren auf der Nick-Achse erforderlich wird. Nasenschweben sollte einen nicht in Panik verfallen lassen. Es mag inzwischen bessere Lösungen auf dem Markt geben, insbesondere für diejenigen, die gerne viel tüfeln und basteln. Für alle anderen ist der schnell aufzubauende 500X zu einem verhältnismäßig gutem Preis eine echte Alternative. Zu guter letzt habe ich Euch einen Film erstellt, in dem Ihr Euch noch einmal den Quad sowie ein paar Flugaufnahmen (inkl. Crash) anschauen könnt.

Viel Spaß beim Anschauen (Flugaufnahmen ab 15:10 min):


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8 Responses to “PitchBitch-Videoreview/ Testbericht: GAUI 500X Quad”

  1. […] WK-WS-28-009. Abmeßtechnisch ähnelt der MX 400 damit dem GAUI 500X, den ich vor ein paar Tagen getestet habe. Walkera-typisch gibt es ein ARF/RTF-Set inkl. […]

  2. Mark sagt:

    Erstmal vielen dank fuer das review! Sehr informativ!

    Ich habe mir einen 500x gekauft mit den schwarzen 412er motoren gekauft. nun fehlt mir nur noch eine guenstige funke fuer den anfang.

    ich wuerde gerne wissen ob ich mit einer dx6i auskommen kann wenn ich noch die leds und den camera mount ueber die funke bedienen will?

    VIELEN DANK im vorraus,
    MFG
    Mark

    • PitchBitch PitchBitch sagt:

      Hallo Mark,

      nein, für Dein Vorhaben wird eine DX6 nicht ausreichen. Dafür benötigst Du mind. 7 Kanäle.

      Ich hatte es zunächst mit einem Spektrum AR6200 Empfänger und dem Cam-Servo versucht. Da bestand aber im Zusammenspiel mit der DX8 das Problem, dass der Drehknopf immer in den Gaskanal reinmischte, d.h. ich musste auf einen 7 bzw. 8-Kanal-Empfänger ausweichen. Es könnte sein, dass das bei dem neusten Update der DX8 von letzter Woche behoben wurde, sprich es hätte möglicherweise auch ein 7-Kanal Empfänger genügt.

      D.h., wenn Du sowohl LED-Phasen (m.E. unnötig) als auch Cam-Servo über die Funke steuern willst, solltest Du ggf. über die DX8 nachdenken. Die neue DX7s steht kurz vor der Auslieferung in .de., die wird auch einen belegbaren Drehknopf haben.

      Wenn Du nur den Cam-Servo in 2 fixierte Positionen im Nick bewegen möchtest, dann sollte die DX6 ausreichen. 7 bis 8 Kanäle sind aber schon sehr nützlich, jedenfalls dann, wenn Du weiter dabei bleibst und Scale-Beleuchtung steuern willst.

      Viele sind auch nur kurz angefixt, und haben dann im Weiteren keinen Spaß mehr am Hobby. Letztlich auch eine Frage des Geldes.

      Grüße Alex

      • Mark sagt:

        Hallo Alex,
        Danke fuer deine schnelle antwort!

        ein kipschalter fuer eine ca.90grad einstellung der kamera wuerde mir vollkommen ausreichen. also es muss kein drehknopf sein einfach 2 staende. Objektiv nach vorne und objektiv nach unten reicht fuer den anfang. Und die leds muessen auch nicht steuerbar sein wenn das nicht geht mit 6 kanaelen. Aber einbauen und leuchten wuerden sie schon oder nicht?

        Ich bin auch durch meinen beruf sehr viel beschaeftigt mit film. Die ueberlegung war ein kamerakran oder ein quadcopter ;) letztlich habe ich mich fuer den quadcopter entschieden da man doch viel hoeher kommt und wendiger damit ist.

        Also was ich auch noch nicht ganz verstehe wieviele kanaele braucht man fuers fliegen genau?

        Hoch runter 1 kanal
        vor und zurueck 1 kanal
        und links rechts drehen ein kanal

        oder wie geht das? sorry fuer all die fragen aber es interessiert mich brennend und ich werde nicht ganz schlau aus den ganzen fachlichen beitraegen im netz ;)

        Vielen dank auf jeden fall

        MFG
        Mark

        • PitchBitch PitchBitch sagt:

          Ja, die LED leuchten. Brauchen einfach nur Strom (freien port am GU-344), dann wird die vorprogrammierte Sequenz genommen.

          Kanalbelegung:

          K1 QUER AILE
          K2 HÖHE ELEV
          K3 SEITE RUDD
          K4 GAS THRO

          Kanal 5 für Gear (Gyro). Bei der DX6i von 0% – 100%, bei bis 50% Hover, ab 51% cruise mode.

          Auf den Kanal 6 könntest Du dann deinen Kipp-Servo legen für die Kam.

          Beste Grüße
          Alex

        • PitchBitch PitchBitch sagt:

          Wir werden in den nächsten 2-3 Wochen auch die DJI Multicoptersteuerung Wookong M testen. Die richtet sich u.a. an Profi-Fotografen.

  3. […] wird der GAUI 500X sein, d.h. Austausch des GU344 gegen das DJI Wookong M. Im Folgenden für Euch ein SneakPeak […]

  4. Jürg sagt:

    Hallo,

    kleiner Tip für unerfahrene Quad-Flieger oder Quad/Kopter Neulinge: Übt erstmal am PC mit einem Simulator. Spart ne Menge Reparaturkosten!

    Ich habe mir den AerosimRC (http://www.aerosimrc.com) angeschafft. Kostet 65 € + Versand und kann über das mitgelieferte Lehrer-Schüler-Kabel direkt mit der eigenen Funke gesteuert werden.

    Enthält. u.A. einen Gaui-330-Simulator mit dem ich geübt habe. Den 500X konnte ich (habe noch nie vorher Heli geflogen) dann sofort crashfrei fliegen.

    Warte jetzt auf die FPV-Einheit damit der Spaß so richtig losgeht.

    Gruß

    Jürg

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