Der verprügelte “Drohnen-Pilot”

In den USA geht es seit geraumer Zeit, was das Thema “Drohnen” anbelangt, hoch her. Die Gesetzeslage in den Staaten ist ziemlich unklar, vor allem was Zuständigkeitsfragen und die Rolle der FAA anbelangt. In Deutschland sowie in vielen anderen europäischen Ländern gibt es diesbezüglich sehr viel eindeutigere Regeln. Zudem gibt es sowas wie das Recht am eigenen Bild. D.h. man darf grundsätzlich nicht einfach Fotos von Dritten ohne Erlaubnis ins Netz stellen (Ausnahmen einmal außen vor).

Vieles wird, was das Thema anbelangt, überdramatisiert. Da viele Menschen null Ahnung haben, was die Technik kann (und was nicht), neigen sie zu Misstrauen. Während Otto-Normal-Bürger inzwischen daran gewöhnt ist (und so gut wie nie ein Problem damit hat), ständig und allerorts von irgendwelchen Video-Überwachungskameras in Geschäften, auf öffentlichen Plätzen, von Handy-Kameras etc. erfasst zu werden, rasten genau diese Personen gerne mal aus, wenn irgendwo ein Copter umherfliegt, der ggf. eine Videokamera on-board haben könnte.

Ich rate dann immer nur: Nicht groß rumdiskutieren, einpacken und woanders hingehen. Entsprechende Diskussionen zu führen und zu versuchen, die Person davon zu überzeugen, dass man gerade besseres im Sinn hat, als sie zu filmen, ist im Regelfall sinnfrei. Glücklicherweise ist der überwiegende Teil an Spaziergängern interessiert, und lässt sich lieber die Technik erklären als sie zu verdammen. Ich rate jedem Modellflugpiloten, bereitwillig Auskunft zu erteilen. Das hilft Misstrauen, welches im Regelfall durch unqualifizierte und reißerische Berichterstattung in den Medien geschürt wird, abzubauen.

Wie dem nachfolgenden Video zu entnehmen ist, fühlte sich Frau M. dazu berufen, die Persönlichkeitsrechte von (unbekannten?) Dritten des Hammonasset Beach, Connecticut (USA), zu “schützen”, als sie den 17-jährigen Austin H. ausmachte, der am Strand mit seinem selbstgebauten Quadrocopter flog. Der Junge hatte geistesgegenwärtig seine Handy- Kamera mitlaufen lassen, nachdem die Frau ihn bedroht und mehrfach versuchte hatte, ihm sein Equipment wegzunehmen. Dem Video ist zu entnehmen, dass sie die Polizei verständigte und an diesem Punkt schon einmal wahrheitswidrig behauptete, der Junge würde versuchen, Fotos von Menschen am Strand zu machen und diese dann “uploaden”. Der Junge antwortete ihr zunächst relativ ruhig, sie solle bitte die Finger von seinen Sachen lassen. Nachdem der guten Frau die Ankunft der Polizei scheinbar zu lange dauerte, griff sie kurzerhand selbst durch bzw. legte Hand an, indem sie auf den jungen Mann einschlug.

Als dann schließlich die Polizei eintraf, machte die Frau offensichtlich weitere Falschangaben zum Hergang, um eine Verhaftung des jungen Manns zu erreichen. Zum einen behauptete sie, er habe “Close-Ups” von Mädchen in Bikinis gemacht, zum anderen habe er sie angegriffen.

Austin zeigte der Polizei seine Flugvideos, auf denen keine Mädels in Bikinis zu sehen waren. Nachdem Austin dann noch sein Video vom Angriff der jungen Frau vorführte, wendete sich das Blatt, und von da an hatte Frau M. ein Problem. Ihr Name und Gesicht ging durch alle Medien. Gegen sie wurde inzwischen ein Strafverfahren, u. a. wegen Körperverletzung, eingeleitet. Wie die ganze Sache ohne die Videos ausgegangen wäre, ich tippe darauf, der junge Modellflugpilot hätte das Nachsehen gehabt. Wen die Story interessiert, kann sie u.a. bei Forbes nachlesen.

Hier das Video, das auf vielen Newsportalen zu sehen ist/ war. “I’m gonna beat your ass you little motherfucker”… sagt alles.

Quelle: Hogwit/Youtube

Und hier das Video vom Strandflug:

Quelle: Hogwit/Youtube

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